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Keine Panik! 11 Tipps gegen Angstzustände

Vorab wieder einmal ein kleiner Disclaimer: Ich leide selbst an Angst- und Panikattacken, die ich auch entsprechend behandeln lasse. Ganz besonders, wenn ich durch bestimmte Umstände oder Ereignisse getriggert werde, habe ich Probleme, diese Ausbrüche zu kontrollieren. Dennoch habe ich für mich einige Dinge gefunden, die mir dabei helfen, mit meiner Angststörung im Alltag besser umzugehen. Meine Tipps gegen Angstzustände teile ich hier – in der Hoffnung, euch damit helfen und inspirieren zu können.

1. Meditation

Ich weiß – die Meditation erwähne ich hier ständig, doch das aus gutem Grund: Sie ist ein Tausendsassa! Sie hilft uns, bei uns selbst anzukommen. Den gegenwärtigen Moment ohne jede Wertung anzunehmen und den Blick nach innen zu richten, anstatt uns im Außen zu verlieren. Sie bietet unserem Unterbewusstsein den nötigen Raum, um uns etwaige Blockaden aufzuzeigen. In meinem Fall heißt das, dass ich während und nach der Meditation sehr häufig weine. Das ist völlig in Ordnung und wenn es euch auch so geht, so lasst es unbedingt zu. Es zeigt, dass sich etwas in uns löst – sebstverständlich kann das auch etwas sein, das in eurem Unterbewustsein schlummert und für die wiederkehrenden Ängste verantwortlich ist. Wer sich erlaubt, diese Blockade mit der Meditation anzusehen und dann gehen zu lassen, fühlt sich hinterher gelöst, erleichtert und befreit.


2. Aufenthalte in der Natur

Inzwischen ist bewiesen, dass die Natur sehr heilsam für den Menschen ist. Insbesondere Wälder haben gegen Angstzustände echte Superkräfte! Sicher habt ihr auch schon vom Waldbaden gehört, das seinen Ursprung in Japan hat und dort als Medizin anerkannt wird. Wann immer du also die Möglichkeit hast, solltest du Mutter Natur aufsuchen. Wenn du möchtest, kannst du sie um Unterstützung bei der Linderung deiner Beschwerden bitten – sie wird dir immer helfend zur Seite stehen. Wer Wald und Wiese nicht in seiner näheren Umgebung hat, kann mit seinen Zimmerpflanzen sprechen und sie einfach einmal voller Achtsamkeit wahrnehmen. Das hört sich komisch an, aber auch in ihnen steckt die heilsame Kraft der Natur.

3. Darmgesundheit

Wusstet ihr, dass Angstzustände, Panikattacken und sogar Depressionen ihren Ursprung in unserem Darm haben können? Das „Bauchgehirn“ spielt eine ganz zentrale Rolle für unsere psychische Gesundheit! Schon ein leichtes Ungleichgewicht (z.B. die übermäßige Besiedlung mit ungünstigen Bakterien oder Hefen wie Candida) kann unsere Stimmung kippen lassen. Daher ist es bei psychischen Problemen immer sinnvoll, einen Spezialisten aufzusuchen, der euren Darm einmal genau unter die Lupe nimmt. Darmprobleme lassen sich gut behandeln und neben eurer körperlichen Gesundheit profitiert auch die Psyche von einem entspannten Darm 🙂

4. Ernährung

Es kann hilfreich sein, zu dokumentieren, was du am Tag konsumierst. Die üblichen Verdächtigen, die in dieser Hinsicht für das Entstehen von Ängsten verantwortlich sein können, sind Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Schwarztee und Medikamente. Beobachte, ob hier in deinem Fall eventuell ein Zusammenhang bestehen könnte und eliminiere „aufregende“ Produkte von deinem Speiseplan. Eine gesunde Ernährung mit reichlich basenbildender Frischkost kann hier sehr förderlich sein und zu einer Stabilisierung der psychischen Gesundheit beitragen. Wichtig kann in diesem Zusammenhang übrigens auch die Regelmäßigkeit deiner Mahlzeiten sein. Je nach persönlicher Konstitution kann es sein, dass das Auslassen einer Mahlzeit schon reicht, um dich aus der Bahn zu werfen. Auch hier ist also Vorsicht geboten.

5. Adaptogene

Die Superstars, wenn es um pflanzliche Unterstützung im Kampf gegen Angstzustände und Stress geht. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei Adaptogenen um natürliche Kräuter oder Pflanzenwirkstoffe, die die Widerstandskraft des Körpers gegen Stressfaktoren erhöhen. Zu den bekanntesten Adaptogenen gehören das ayurvedische Ashwagandha, der Vitalpilz Reishi, Maca, Rosenwurz und Ginseng. Ich persönlich nehme Ashwagandha*, Reishi und Maca in Pulver- und Kapselform ein und habe gute Erfahrungen damit gemacht.

6. Ätherische Öle

Die Aromatherapie ist eine weitere tolle Methode, um einen ängstlichen Geist zu beruhigen. Hier unterscheiden sich die individuellen Vorlieben, doch Lavendel funktioniert meistens sehr gut. Er beruhigt das zentrale Nervensystem und wirkt außerdem schlaffördernd sowie stimmungsaufhellend. Ihr könnt ätherisches Lavendelöl für die Massage nutzen (wichtig: immer in verdünnter Form und niemals pur anwenden!) oder es als Zusatz in die Badewanne geben. Toll finde ich auch die Verwendung des ätherischen Lavendelöls als Raumduft in einem Diffuser.

7. Bewusste Atmung

Hier habe ich bereits darüber berichtet, dass eine bewusste Atmung essentiell für unser Wohlbefinden ist. Bei Angst, Panik und Stress neigen wir häufig dazu, unseren Atem entweder anzuhalten oder ihn zu flach und unkontrolliert fließen zu lassen. Sobald du die Angst in dir aufsteigen spürst, mach dir bewusst, dass du sie über deine Atmung kontrollieren kannst. Vielleicht kennst du die yogische Atempraxis Pranayama – ich habe sie in meiner Yogalehrer-Ausbildung besser kennengelernt und finde insbesondere die Wechselatmung enorm hilfreich, um Ängsten entgegenzuwirken.

8. Drama, Baby?

Spaß beiseite 😉 Wie oft hatte ich Panik vor etwas, das mich am nächsten Tag erwarten würde? Wie oft kostete mein Kopfkino mich den Schlaf und meinen inneren Frieden? Und ist das worst-case-Szenario, das ich mir ausgemalt hatte, dann auch eingetreten? Dreimal dürft ihr raten…in den allermeisten Fällen tritt nicht das ein, was wir befürchten. Allein dieses Wissen ist doch schon beruhigend, oder? Sobald ihr Zukunftsängste in euch aufsteigen spürt, macht euch also bewusst, dass diese in vielen Fällen gar keine Berechtigung haben. Oft sind die Umstände gar nicht so dramatisch, wie unser Verstand es uns weismachen möchte. Und: Die Sorgen, die uns heute plagen, können uns von dem Ärger, der uns morgen vielleicht erwartet, ohnehin nicht befreien. Stattdessen kosten sie uns nur den Frieden des gegenwärtigen Augenblicks.

9. Gesunde Schlafhygiene

Wenn du zu denjenigen gehörst, die einen Fernseher im Schlafzimmer haben, dann kann dies deine Psyche aus mehreren Gründen negativ beeinflussen. Mit dem Vorhandensein eines Fernsehgeräts geht immer eine elektromagnetische Strahlenbelastung einher. Darüber hinaus bewirkt das blaue Licht von Fernseher, Tablet, Smartphone und Co., dass die Produktion des Hormons Melatonin reduziert wird. Hier steuern einige Gerätehersteller offenbar schon gegen, indem dem Konsumenten die Möglichkeit eingeräumt wird, das Licht am Abend umzuschalten. Was hierdurch leider nicht verändert wird, sind die Inhalte, die ausgespielt werden. Geh in Gedanken dein Fernsehprogramm einmal durch. Siehst du dir Actionfilme an? Horrorfilme? Oft reichen schon die Nachrichten, um uns aufzuwühlen und Ängste entstehen zu lassen. Meine Herzensempfehlung daher: Verbanne den Fernseher aus deinem Schlafzimmer, dort hat er gar nichts verloren. Noch besser: Verzichte ganz auf das Fernsehen, dein Seelenfrieden wird es dir danken. Achte darüber hinaus auf ausreichend Schlaf in einem vollständig abgedunkelten Raum.

10. Körperliche Aktivität

Sport macht den Kopf frei und bewirkt eine vermehrte Ausschüttung von Glückshormonen. Dabei muss es sich keinesfalls um intensives Krafttraining handeln, ganz im Gegenteil: Sanfte Bewegungen eignen sich hervorragend, um den Gedankenstrom unter Kontrolle zu bringen. Yoga kann ich an dieser Stelle sehr empfehlen. Auch Tai Chi finde ich in diesem Zusammenhang sehr spannend, da es sich um eine Form der bewegten Meditation handelt. Vielleicht brauchst du aber auch ein sehr intensives Training, bei dem der Schweiß fließt, um richtig abschalten zu können. Vielleicht ist auch ein Teamsport richtig für dich – der Kontakt zu anderen Menschen kann ebenfalls sehr heilsam sein.

11. Die Theorie in die Praxis umsetzen

Alles Wissen der Welt ist wertlos, wenn wir es nicht anwenden. Nimm dir diese Tipps gegen Angstzustände zu Herzen und versuche, sie in deinen Alltag zu integrieren. Selbstverständlich handelt es sich hierbei nicht um Heilungsversprechen – doch es lohnt sich in jedem Fall, diese Methoden auszuprobieren. Wenn du das Gefühl hast, deine Ängste und Sorgen nicht allein in den Griff zu bekommen, so scheue dich bitte auf keinen Fall davor, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen. An diesem Punkt, das kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen, ist professionelle Hilfe unbedingt angebracht!


Diana

„What you seek is seeking you“ (Rumi)

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