Top

Finde deinen Sport!

Wir alle wissen es: Bewegung ist gut und wichtig. Die meisten von uns verbringen den Großteil ihres Alltags aber leider sitzend im Büro – eine Qual für unseren Körper, der sich eigentlich so viel mehr bewegen möchte und muss. Nach langen und stressigen Arbeitstagen fehlt vielen von uns aber schlicht die Energie und Motivation, noch die Sporttasche zu packen und sich ins Fitnessstudio zu schleppen (sofern hier überhaupt eine Anmeldung vorliegt). Viel verlockender ist es stattdessen, sich gemütliche Kleidung anzuziehen, einen Tee zu kochen und den Abend auf dem Sofa zu verbringen – sitzend, versteht sich.

Ich für meinen Fall bin in einem Fitnessstudio angemeldet – leider musste ich aber immer wieder feststellen, dass das Training im Studio einfach nicht meine Welt ist. Ich fühle mich dort unwohl, aus Gründen, die ich gar nicht klar benennen kann. Allein die Geräte machen mir irgendwie Angst (wie stellt man die Lehne ein? Sitze ich in korrekter Höhe? Was ist das für ein Hebel? Ist das Gewicht für mich zu hoch eingestellt? Oder zu niedrig? Irgendwie gucken mich alle so schief an, bestimmt mache ich das hier völlig falsch) – Gedanken, die der ein oder andere vielleicht kennt. Meistens habe ich daher das Krafttraining vermieden (denn auch den Freihantelbereich stempelte ich schnell ab – no way!). Stattdessen verbrachte ich viel Zeit auf Cardiogeräten wie dem Ergometer oder dem Crosstrainer. Was auch ganz bestimmt nicht verkehrt ist – trotzdem hat auch das mir irgendwann keinen Spaß mehr bereitet, es war zu eintönig und außerdem bereitete es mir Wadenkrämpfe. Zusammen mit meiner generellen Abneigung gegenüber dem Studio führte das dazu, dass ich irgendwann gar nicht mehr hingegangen bin.

Bis jetzt war das kein gutes Motivationsschreiben.

Aber: Man kann sich auch ohne Fitnessstudio gut bewegen – und zwar so, dass man Spaß daran hat und am Ball bleibt – dies erfordert lediglich etwas Experimentierfreude. Ich habe nach einigen Anläufen schließlich Yoga für mich entdeckt. Es bietet die perfekte Mischung aus Krafttraining (und zwar auf ganz anderen Ebenen als an den Geräten im Studio), Ausdauer und Disziplin. Gleichzeitig hilft es mir sehr dabei, mich nur auf mich selbst zu konzentrieren, mich zu erden und richtig abzuschalten. Nach einer 90-minütigen, schweißtreibenden Yogapraxis fühle ich mich wie neu geboren und spüre jeden Muskel in meinem Körper.

Zusätzlich achte ich darauf, viel zu gehen. Banaler geht es wirklich nicht, aber man muss sich einfach einmal verinnerlichen, dass die Menschen vor nicht allzu langer Zeit gar nicht die Möglichkeit hatten, sich einfach in Bus, Bahn oder Auto zu setzen und loszufahren, und nicht jeder war im Besitz eines Fahrrads. Demnach gab es nur eine Möglichkeit, um von A nach B zu kommen: Es wurde gegangen. Mein Großvater hat täglich mehrere Kilometer auf dem Weg zur Schule und nach Hause zu Fuß zurückgelegt. Das war ganz normal, nur kennen wir das so nicht mehr. Deshalb: Geht zu Fuß! Wer die Möglichkeit hat, dies zu tun, kann morgens zur Arbeit gehen. Oder nach Feierabend nach Hause. Oder zumindest ein paar Haltestellen vor der Ankunft am Ziel aus Bus oder Bahn aussteigen und das restliche Stück laufen. In Bürogebäuden und Kaufhäusern gibt es neben Rolltreppe bzw. Fahrstuhl meist auch normale Treppen – wir sollten es uns unbedingt zur Gewohnheit machen, normale Treppen zu nutzen. Fahrstühle und Rolltreppen gehören von gesunden Menschen boykottiert! Es gibt schlicht keinen Grund außer der eigenen Faulheit, diese zu nutzen.

Also: Sport und Bewegung bedeuten nicht zwangsläufig, stundenlang im Fitnessstudio gegen seinen Willen anzuschwitzen. Wichtig ist, dass jeder unterschiedliche Sportarten ausprobiert und herausfindet, was zu ihm passt und womit er oder sie sich wirklich wohlfühlt. Vielleicht gefällt euch das Krafttraining im Fitnessstudio, vielleicht auch nicht. Eventuell gefallen euch eher Ballsportarten wie Badminton, Tennis, Squash oder Volleyball. Hier ist es Geschmackssache, ob ihr lieber einzeln spielt oder in einem Mannschaftssport agieren wollt – in jedem Fall ist es empfehlenswert, sich nach Vereinen umzusehen, die unterschiedliche Sportarten anbieten, und diese einfach auszuprobieren. Vielleicht könnt auch ihr euch eher mir der ruhigen, aber kraftvollen Bewegung wie im Yoga oder Pilates identifizieren. Oder euch macht Tanzen Spaß, auch hier gibt es so viele Möglichkeiten – probiert es aus. Und wenn alle Stricke reißen, habt ihr immernoch die Chance, eurem Körper etwas Gutes damit zu tun, ihn auf die sanfteste Weise zu bewegen und einfach viel zu gehen, er wird es euch danken.

Diana

„What you seek is seeking you“ (Rumi)

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar