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Vitalpilze: Wirkung und Anwendung

Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele gewinnt bei der Behandlung moderner Zivilisationskrankheiten zunehmend an Bedeutung. Was bei uns gerade erst bekannt wird, steht in alten Lehren wie der Traditionellen Chinesischen Medizin oder dem Ayurveda längst geschrieben. Alles in und um uns besteht aus Energie und so ist auch unser Energiehaushalt entscheidend für die Erhaltung unserer Gesundheit sowie auch die Entstehung von Krankheiten, die stets aus einem Überfluss oder einem Mangel an Energie resultieren.

Was sind Vitalpilze?

Ein Thema, das für die ganzheitliche Harmonisierung unseres Körpers zunehmend an Relevanz gewinnt, sind die Vitalpilze. Diese sind nicht zu verwechseln mit den sogenannten „magic mushrooms“, den Pilzen mit psychedelischer und bewusstseinsverändernder Wirkung! Bei Vitalpilzen handelt es sich um medizinale Pilze (engl. medicinal mushrooms), die Heilung in unterschiedlichen Bereichen begünstigen und unser Wohlbefinden verbessern können.

Ihren Ursprung haben die Vitalpilze in China, wo sie seit vielen Jahrhunderten für ihre heilsame Wirkung geschätzt und im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt werden. In der westlichen Welt war es vor allem die Klostermedizin, die sich zunächst mit der Anwendung von Heilpilzen beschäftigte.


Inhaltsstoffe und Wirkung der Vitalpilze

Die Wirkung der Vitalpilze ist, je nach Pilz, sehr spezifisch. Es gibt jedoch Eigenschaften, die allen Heilpilzen gemein sind – zum Beispiel, dass sie Glykonährstoffe und Polysaccharide (Beta-Glucane) enthalten. Beta-Glucane sind Ballaststoffe, die als natürlicher Zellwandbestandteil in Getreidesorten wie Hafer und Gerste vorkommen. Sie sind dafür bekannt, eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem zu haben, eine gesunde Darmflora zu fördern und den Cholesterinspiegel zu senken.

Glykonährstoffe sind, abgesehen von der Glukose und Galaktose, in unserer Nahrung nur bedingt enthalten; lediglich die Muttermilch enthält fünf von ihnen. In teilweise aufwendigen Prozessen können sie noch aus einigen wenigen Pflanzen und Pilzen gewonnen werden. Alle acht Glykonährstoffe (Glukose, Fukose, Mannose, Galaktose, Xylose, N-Azetylglukosamin, N-Azetylgalaktosamin und N-Azetylneuraminsäure) sind absolut notwendig für eine funktionierende Kommunikation unserer ca. 700 Milliarden Körperzellen.

Darüber hinaus zeichnen Vitalpilze sich durch eine adaptogene Wirkung aus. Sie wirken also regulierend und helfen dem Körper dabei, mit bereits bestehenden Ungleichgewichten besser umgehen zu können. Zudem unterstützen sie ihn bei der Wiederherstellung der sogenannten Homöostase, dem Zustand von Harmonie und Gleichgewicht auf allen Ebenen.

Welche Vitalpilze gibt es?

Reishi (Glänzender Lackporling, lat. Ganoderma lucidum)

Der Vitalpilz mit dem wohl breitesten Wirkungsspektrum – nicht umsonst wird der Reishi auch als „Pilz der Unsterblichkeit“ oder „König der Vitalpilze“ bezeichnet. Dieser Vitalpilz soll unser Immunsystem stärken und wird hauptsächlich zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. In Japan ist er offiziell als Krebsmedikament zugelassen! Zudem unterstützt er eine gesunde Funktion der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems. Sein Wirkungsspektrum wird durch schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften abgerundet.

Shiitake (lat. Lentinula edodes)

Der Shiitake-Pilz wirkt stark basenbildend (mehr zum Thema „Säure-Basen-Haushalt“ kannst du hier nachlesen) und wird daher insbesondere bei Übersäuerung des Körpers empfohlen. Allgemein wird ihm eine stärkende und ausgleichende Wirkung auf den Organismus sowie eine heilende Wirkung bei Infektionen nachgesagt. Es ist allgemein bekannt, dass die Einnahme des Shiitake von Nebenwirkungen begleitet werden kann – eine Abstimmung mit einem Arzt oder Heilpraktiker wird also dringend empfohlen.

Hericium (Igelstachelbart, lat. Hericium erinaceus)

Mit diesem Pilz habe ich gute Erfahrungen gemacht, was die Darmgesundheit angeht. Der Magen-Darm-Trakt ist zugleich der Haupt-Anwendungsbereich für diesen Heilpilz. Störungen, die mithilfe des Hericium behandelt werden, können z.B. Blähungen, Reizdarm, Sodbrennen sowie auch schwerwiegende entzündliche Erkrankungen des Darms (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa) sein. Er wird auch zur Behandlung von Diabetes und dem metabolischen Syndrom sowie zur Reduzierung von Übergewicht eingesetzt und hat sich zusätzlich bei nervösen Beschwerden, Angstzuständen und Schlafstörungen bewährt.

Chaga (lat. Innotus obliquus)

Chaga ist reich an sekundären Pflanzenstoffen und wirkt stark antioxidativ. Er wird zur Stärkung der Immunabwehr eingesetzt und soll außerdem gegen entzündliche Erkrankungen des Magens und Darms helfen. Auch dieser Pilz wird in der begleitenden Krebstherapie eingesetzt.

Cordyceps (Chinesischer Raupenpilz, lat. Cordyceps sinensis)

Der Pilz, der nicht nur wie eine Raupe aussieht, sondern auch aus einer Raupe entsteht, gehört zu den Schlauchpilzen und gilt als DER Pilz für die Geschlechtsorgane: Er zeichnet sich insbesondere durch die Eigenschaft aus, unsere Libido anzuregen. Darüber hinaus vitalisiert er Körper und Geist und wirkt so Schwäche und Erschöpfung entgegen.

Maitake (Klapperschwamm, lat. Grifola frondosa)

Der Maitake wird in der Mykotherapie insbesondere begleitend zur Behandlung von Diabetes Typ I und II, zur Reduzierung von Übergewicht und zur Regulierung des Blutdrucks eingesetzt. Darüber hinaus unterstützt er die Leber in ihrer Arbeit; seine Polysaccharide sollen außerdem die Beschwerden, die im Rahmen einer Chemotherapie auftreten können, lindern.

Agaricus (Sonnenpilz, Mandelpilz; lat. Agaricus Blazei Murrill)

Dieser Pilz gehört zur Familie der Champignons und stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Brasiliens. Agaricus wirkt entzündungshemmend und aktiviert das Immunsystem. Er ist der Pilz mit dem bisher höchsten nachgewiesenen Gehalt an Polysacchariden und Beta-Glucanen sowie weiteren pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen, die eingesetzt werden, um Krebs, Allergien, Diabetes, Entzündungen und Immunschwäche zu behandeln.

Coriolus (Schmetterlingstramete, lat. Coriolus versicolor)

In Kombination mit Hericium wirkt Coriolus gut gegen den Darmpilz Candida. Darüber hinaus wird er vor allem für seine antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt und trägt zur Gesunderhaltung von Leber, Lunge, Haut, Prostata und Harnblase bei.

Auricularia (Mu-Err, chinesische Morchel; lat. Auricularia judae)

Auricularia ist u.a. reich an Kalium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Silizium. Die Einnahme von Auricularia wirkt sich besonders positiv auf unsere Blutgefäße aus – so verbessert er die Fließeigenschaften des Blutes und kann die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Insgesamt wird er für seine durchblutungsfördernde Wirkung geschätzt und kann sogar als Alternative für Blutverdünner dienen.

Coprinus (Schopftintling, lat. Coprinus comatus)

Aufgrund seines spargelartigen Geschmacks wird der Coprinus auch als Spargelpilz bezeichnet. Er ist bekannt dafür, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und die Zellen der Bauchspeicheldrüse zu schützen, weshalb er vorrangig bei Diabetes Typ II eingesetzt wird. Auch bei Verdauungsproblemen hat dieser Vitalpilz sich bewährt.

Polyporus (Eichhase, lat. Polyporus Umbellata)

Polyporus hat einen starken Bezug zu unserem lymphatischen System. Er verhindert Lymphstau und wirkt harntreibend und entwässernd. Seine Inhaltsstoffe unterstützen die ableitenden Organe, sodass dieser Vitalpilz sich ausgezeichnet eignet, um zu entschlacken und den Körper von Wassereinlagerungen zu befreien, ohne dass zu viel Kalium ausgeschieden wird.

Anwendung der Vitalpilze

Wer von der Wirkung der Vitalpilze nun überzeugt ist und Heilpilze käuflich erwerben möchte, sollte unbedingt auf qualitativ hochwertige Produkte setzen und auf Anbau und Verarbeitung der Pilze achten (Bio ist Pflicht!). Die Pilze werden als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen – üblicherweise in Form von Kapseln. Es gibt jedoch auch Vitalpilzmischungen in Pulverform, die über die Mahlzeiten gegeben und auf diese Weise verzehrt werden können. Einige Arten sind hierzulande auch als Speisepilze verfügbar und können wie Gemüse zubereitet werden (z.B. Shiitake und Mu-Err).

Wie immer möchten wir darauf hinweisen, dass dieser Artikel keinesfalls die Konsultation eines Arztes, Heilpraktikers oder Experten auf diesem Gebiet ersetzt! Vitalpilze weisen eine pharmakologische Wirkung auf und sollten nicht blind im Selbstversuch, sondern nur nach entsprechender Indikation eingenommen werden.


Diana

„What you seek is seeking you“ (Rumi)

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