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Kombucha hilft deinem Darm auf die Sprünge

Die Schwermetallvergiftung, die ich im Jahr 2014 erlitt, schädigte meine Darmflora so stark, dass ein normales Leben kaum mehr möglich war. Laboruntersuchungen zeigten, dass teilweise ganze Bakterienstämme, z.B. die Bifidobakterien, die für unsere Darmgesundheit eine essentielle Rolle spielen, gar nicht mehr existent waren. Daraus resultierten Symptome wie z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten jeglicher Art, Allergien, Immunschwäche, massive Müdigkeit, Bauchkrämpfe und depressive Verstimmungen.

Um diese schwere Dysbiose in den Griff zu bekommen, empfahl mir mein ganzheitlich praktizierender Arzt, zuerst meinen Darm mit Pro- und Prebiotika sowie einer Umstellung der Ernährung wieder aufzubauen, um im Anschluss daran eine Entgiftung durchzuführen. In dieser Zeit studierte ich viele Fachbücher, sprach mit Ärzten, Heilpraktikern und Menschen, denen es ähnlich erging, um herauszufinden, worauf es bei der Darmgesundheit wirklich ankommt. Dabei stieß ich leider erst relativ spät auf Kombucha. Aber eines kann ich jetzt schon verraten: Kombucha veränderte mein Leben.

Was ist Kombucha?

Kombucha ist ein asiatisches Erfrischungsgetränk, das durch Fermentierung eines mit Zucker angesetzten Tees (meist Grün- oder Schwarztee) hergestellt wird. Durch das Hinzufügen eines gallertartig aussehenden Kombuchapilzes, der aus verschiedenen Bakterienstämmen und Hefen besteht, wird die Fermentation initiiert. Der Kombuchapilz (oft auch Scoby genannt) verstoffwechselt dabei einen Großteil des Zuckers (mehr als 90 Prozent) und produziert wertvolle und gesunde Inhaltsstoffe sowie Enzyme. Nach ca. 7-10 Tagen ist die Fermentation so weit fortgeschritten, dass der selbst gebraute Kombucha „geerntet“ werden kann.

Der Geschmack von Kombucha lässt sich am besten mit dem von Apfelmost oder Federweißer vergleichen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Geschmack zu variieren. Manch einer fügt Früchte, Zitronen oder Ingwer hinzu, um eine einzigartige Note zu kreieren.


Wie wirkt sich Kombucha auf den Darm aus?

Der Prozess der Fermentation macht Kombucha zu einem probiotischen Getränk mit lebenden Bakterien und Hefen – insbesondere rechtsdrehenden Milchsäurebakterien. Diese haben einen stark regulierenden Einfluss auf unsere Darmflora, denn sie tragen dazu bei, dass der pH-Wert des Darms gesenkt wird. Bei den meisten Menschen ist der pH-Wert durch eine schlechte Ernährung, Giftstoffe und andere Umweltfaktoren oftmals zu hoch (liegt also im basischen Bereich). Dies begünstigt die Ansiedelung von schlechten Darmbakterien und Parasiten, die dann die Oberhand gewinnen und somit das Gleichgewicht des Darms ins Negative verschieben können. Ist die Darmflora erst einmal im Ungleichgewicht, ist es schwierig, den ursprünglichen, ausbalancierten Zustand des Mikrobioms wiederherzustellen.

Durch das regelmäßige Trinken von Kombucha können wir also unseren Darm wieder „ansäuern“, wovon  die guten Bakterien profitieren. Diese können sich in einem sauren Milieu wieder vermehrt ansiedeln und bieten gleichzeitig Schutz vor den schlechten Mikroorganismen. Zudem enthält Kombucha eine Vielzahl an essentiellen Nährstoffen und Vitaminen (unter anderem Vitamin C und B), die sich ebenfalls positiv auf den Darm auswirken.

Kombucha kaufen oder selber herstellen?

Ich persönlich rate jedem dazu, das Teegetränk selbst herzustellen. Kombucha aus dem Supermarkt enthält oft zu viel Zucker und ist zudem noch pasteurisiert, sprich erhitzt, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Bei diesem Vorgang sterben alle lebenden probiotischen Organismen ab. Aber genau diese sind für unsere Darmgesundheit so wichtig. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, unbehandelten Kombucha zu erwerben (meist über Online-Shops). Da dieser jedoch oft sehr teuer ist, rate ich auch hier dazu, Kombucha selbst herzustellen.

Die eigene Herstellung ist total simpel. Im Internet gibt es unzählige Anleitungen, die erklären, was beim Brauen von Kombucha zu beachten ist. Ich selbst kann dieses Buch* empfehlen. Wer darüber hinaus noch Hilfe benötigt oder Fragen hat, die das Buch nicht beantwortet, sollte sich in dieser Facebook-Gruppe anmelden. Hier findet ein reger und freundlicher Austausch statt.

Wer sollte auf Kombucha verzichten?

Da durch die Fermentation/Gärung des Tees etwas Alkohol entsteht, ist Kombucha für Kleinkinder, Schwangere und trockene Alkoholiker nicht zu empfehlen. Weiterhin weist Kombucha eine hohe Menge an Histamin auf, welches ebenfalls durch die Fermentation entsteht. Daher sollten auch Menschen, die an einer Histaminintoleranz leiden, auf Kombucha verzichten.

Meine Erfahrungen mit dem Teepilz Kombucha

Nachdem ich von Kombucha erfahren hatte, kam ich mit einem Arbeitskollegen ins Gespräch. Er selbst trinkt Kombucha täglich und ist von seiner positiven Wirkung auf die Gesundheit und den Darm überzeugt. Mein Kollege erzählte mir, dass er nach seinem Studium einige Monate auf einer Gesundheitsfarm in Norwegen gearbeitet hat. Auf dieser Farm wurden hauptsächlich Menschen behandelt, die Probleme mit ihrer Darmgesundheit hatten. Sie litten an ähnlichen Symptomen wie ich. Er erklärte mir, dass die Patienten dieser Farm ausschließlich fermentierte Lebensmittel aßen. Auf dem täglichen Speiseplan standen Sauerkraut, Kimchi, Kombucha und weitere Fermente aus eigener Herstellung. Diese probiotische Kur stellte einen Hauptbestandteil der Darmsanierung dar. Mit voller Begeisterung und einem Funkeln in den Augen sagte mein Arbeitskollege mir, dass er gesehen hat, wie sehr kranke und immunologisch angeschlagene Menschen mithilfe dieser Ernährung geheilt werden konnten. Seit dieser einschlägigen Erfahrung ist er Kombucha und Fermente-Fan.

Nach diesem Gespräch beschloss ich, Kombucha in einem Selbsttest auszuprobieren, um ein gesundes Mikrobiom in meinem Darm aufzubauen. Ich bestellte mir also mein erstes Starterset (Teepilz + Ansatzflüssigkeit) und begann mit der Herstellung. Nach ca. einer Woche war es dann soweit: Die Fermentation war so weit fortgeschritten, dass ich das Getränk in mehrere Flaschen abfüllen konnte.

Das gut schmeckende Teegetränk trinke ich seitdem täglich. Morgens nach dem Aufstehen, abends vor dem Schlafengehen auf nüchternen Magen und immer dann, wenn ich Lust darauf habe. Was ich auf Anhieb feststellen konnte, war, dass mein permanent aufgeblähter Bauch zurückging. Durch die Zufuhr des sauren Getränks, das zudem noch wichtige Inhaltsstoffe liefert und lebende probiotische Bakterien und Hefen enthält, hatte ich in den ersten Wochen mit einer „Umstellung“ meiner Darmflora zu kämpfen. Nach jeder Einnahme rumorte und blubberte es gewaltig. Auch der Stuhlgang veränderte sich (erst ins Negative, dann ins Positive). Nach ca. zwei Wochen, in denen ich täglich Kombucha trank, gingen diese Symptome wieder zurück und das Bauchgefühl, das seitdem dominiert, ist phänomenal.

Nie habe ich mich so gut gefühlt. Ich habe keine Magen-Darm-Beschwerden mehr und auch die Lebensmittel, die ich lange Zeit nicht vertragen habe, kann ich nun wieder essen. Mein pH-Wert im Darm hat sich durch das Trinken von Kombucha nachweislich von 8,0 (viel zu basisch) auf 6,0 verschoben. Dadurch konnten sich wieder viele gute und nützliche Bakterien ansiedeln, die für die Verstoffwechselung der Nahrung zuständig sind. Eine erneute Laboruntersuchung bestätigte mir den Aufwärtstrend.

Ein weiterer Aspekt, der für Kombucha spricht, ist das unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis. Ich habe über einen wirklich langen Zeitraum Präparate (Pulver, Tabletten, Tropfen, etc.) eingenommen, die die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen sollten. Diese Produkte waren wirklich sehr überteuert und haben im Vergleich zu Kombucha nicht ansatzweise so gut gewirkt. Kombucha ist in seiner Anschaffung kostengünstig und kann immer wieder nachproduziert werden. Dazu werden lediglich Tee und Zucker benötigt.

Die positiven Erfahrungen meines Kollegen und vieler anderer Menschen kann ich also nur bestätigen. Ich selbst werde Kombucha bis an mein Lebensende trinken, um meinen Darm weiter zu unterstützen. Schreibt mir gerne in die Kommentare, welche Erfahrungen ihr mit dem Teepilz Kombucha gemacht habt.


Quellen

Bücher:

  • Childs, E. und J. (2015). Kombucha: Der natürliche Energydrink, der vitalisiert, heilt und entgiftet. Kandern: Unimedica im Narayana Verlag.
Tobias

„Du bist deine eigene Grenze, erhebe dich darüber“ (Hafis)

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