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Warum wir Bitterstoffe bitter nötig haben

„Gute Medizin schmeckt bitter, aber ein weiser Mensch nimmt sie, wenn sie ihm verordnet wird; ehrliche Worte sind dem Ohr unangenehm, aber ein Erleuchteter hört auf sie.“  – Han Fei-Tse

Die Lebensweise des modernen Menschen ist aktuell ganz weit davon entfernt, wie sie natürlicherweise sein sollte. Ganz besonders deutlich wird das, wenn man einmal genauer betrachtet, in welche Richtung sich unser Geschmackssinn entwickelt hat: Dieser ist inzwischen „verwöhnt“ durch die Industrienahrung sowie das Übermaß an süßen und salzigen Lebensmitteln, die wir unserem Körper täglich zuführen. Bitterstoffe, die ein wesentlicher Bestandteil unserer ursprünglichen Ernährung waren (denkt nur einmal an Wildkräuter und bittere Wurzeln!), bleiben heute meist auf der Strecke. Die Nahrungsmittelindustrie hat ganze Arbeit geleistet und Bitterstoffe fast vollständig aus unserer Ernährung weggezüchtet. Warum? Auch hier geht es in erster Linie natürlich wieder um das liebe Geld. Der übermäßige Konsum von künstlich gesüßten und industriell verarbeiteten Produkten macht die Menschen lethargisch und gefügig – und krank, wovon wiederum die Pharmaindustrie profitiert. Es ist traurig, aber leider muss man heutzutage tatsächlich immer in diesen Dimensionen denken.

Mithilfe von Bitterstoffen können wir der Entstehung zahlreicher Krankheitsbilder vorbeugen. Daher liegt es mir besonders am Herzen, mit euch zu teilen, was Bitterstoffe so gesund macht und wie wir sie wieder vermehrt in unsere Ernährung einbinden können.

Was macht Bitterstoffe so gesund?

Bitterstoffe sind quasi das Luxus-Verwöhnprogramm für unsere Leber! Unser Entgiftungsorgan Nummer 1 wird durch unterschiedliche Arten von Giftstoffen (z.B. Alltagsgifte, Umweltgifte) sowie den Konsum von Genussmitteln ständig belastet. Zeit also, ihr unsere volle Aufmerksamkeit zu widmen und ihr etwas Liebe zurückzugeben! Bitterstoffe eignen sich für diese Zwecke wunderbar, denn sie haben eine stärkende Wirkung auf unsere Leber und regen den Leberstoffwechsel an.

Alle, die nach dem Essen häufig unter Blähungen und Verstopfung leiden, sind mit Bitterstoffen ebenfalls gut beraten. Da Bitteres auch eine anregende Funktion auf die Bauchspeicheldrüse hat, produziert diese mehr Enzyme, die für eine gesunde Verdauung benötigt werden. Sogar ein übermäßiger Befall des Darms mit Hefepilzen wie Candida albicans soll durch die regelmäßige Einnahme von Bitterstoffen reduziert werden können.

Bitterstoffe sind sehr gesund, ein stärkendes Tonikum für den gesamten Körper: Sie verbessern unser Wohlbefinden auf allen Ebenen und tun auch unserer Seele und unserem Geist gut. Besonders wertvoll sind sie auch für alle, die etwas Gewicht verlieren wollen, denn sie regulieren unseren Appetit auf sanfte und ganz natürliche Weise und können so langfristig zu einer gesunden Gewichtsreduktion beitragen.


Wie kann ich im Alltag mehr Bitteres essen?

Es fällt anfangs ganz und gar nicht leicht, den verwöhnten (oder soll ich sagen: verzogenen?) Gaumen wieder an bittere Lebensmittel zu gewöhnen. Daher ist es wichtig, langsam zu starten und Bitteres nach und nach in den Speiseplan aufzunehmen. Habt Geduld mit euch! Es ist nie einfach, schlechte Gewohnheiten, die sich über mehrere Jahre etabliert haben, ins Gegenteil zu verkehren. Gebt eurem Körper also genügend Zeit, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Wichtig auch: Je mehr es euch widerstrebt, Bitterstoffe einzunehmen, desto dringender benötigt euer Körper sie! Bleibt also am Ball und integriert die Einnahme der Bitterstoffe ganz entspannt in eure Morgenroutine – nach einiger Zeit werdet ihr sie wirklich vermissen, wenn ihr sie einmal nicht einnehmt 😉

Um Bitterstoffe auf einfache Art und Weise in eure tägliche Ernährung zu integrieren, könnt ihr fertige Präparate in Pulverform kaufen, z.B. nach Bertrand Heidelberger. Diese nehmt ihr entweder pur oder in verdünnter Form (z.B. als Tee) ein. Idealerweise sollte dies morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Zubettgehen geschehen. Ich habe diese* vegane Bitterkräuter-Mischung nach Heidelberger, die ich einmal täglich am Morgen einnehme und die mir persönlich sehr gut tut. Bitterelixiere könnt ihr aber auch in flüssiger Form erwerben – hier kommt es ganz auf eure individuellen Vorlieben an 😉 Die folgenden Kräuter sind ganz besonders empfehlenswert und sollten in einem guten Bitterelixier mindestens teilweise enthalten sein:

  • Wermut
  • Schafgarbe
  • Engelwurz
  • Löwenzahn
  • Wegwarte
  • Bibernelle
  • Anis
  • Kümmel
  • Wacholder

Eine weitere Möglichkeit, mehr Bitteres in die tägliche Ernährung zu integrieren, ist die häufige Zubereitung bitterer Salate wie Chicorée, Endiviensalat oder Rucola (z.B. anstelle von Feld- oder Eisbergsalaten). Leider werden auch hier die normalerweise enthaltenen Bitterstoffe zum Teil künstlich herausgezüchtet. Achtet also darauf, dass ihr biologische und wirklich bitter schmeckende Salate kauft. Der Salat kann um weitere Zutaten ergänzt werden, sodass der bittere Geschmack etwas abgemildert wird und wir trotzdem von den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Bitterstoffe profitieren können.


Diana

„What you seek is seeking you“ (Rumi)

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